grüne welten Vorschaubild

Klima­gerecht bauen

Aktualisiert am

Dass sich unser Klima ändert spüren wir seit dem Sommer 2015 vermehr und die Auswirkungen dieses Temperaturanstieges sind im Äusseren immer sichtbarer. Aktuell leben wir mit durchschnittlich bis zu 25 Hitzetagen pro Jahr. Ältere, sehr junge und gebrechliche Menschen leiden vermehrt unter dieser Hitze. Im bebauten Raum sind diese Temperaturen noch höher, teils bis zu 10 Grad plus.

Warum erhitzt sich die City mehr?

Dunkle Oberflächen, wie Dächer und Strassen ziehen vermehrt Wärme an und speichern diese ein. Dazu kommen meist ein Mangel an grünen Flächen und stehende Luft die sich nicht optimal abkühlen kann. Die Schlüsselwörter um diesen entgegen zu kommen heissen: Schatten, Luft, Wärmeschutz im Sommer und viel Grün.

Wir müssen den Raum kühlen!

Leider, haben aktuelle Bauten (nicht alle) durch den Einsatz von nicht optimalen Baustoffen das Problem, dass sie nicht für unser Klima gebaut wurden. Der sommerliche Hitzeschutz funktioniert bei vielen Neubauten leider schlechter als bei manch altem Haus. Wer zu Hause seinen Raum kühlen muss weiss um diesen Missstand und verbringt im heissen Sommer seine Zeit lieber nicht daheim. Leider müssen Bewohner in einem solchen Fall zu technischen Lösungen wie ein Klimagerät greifen um den Raum zu kühlen. Wenn Sie gerade dabei sind ihr neues Zuhause zu planen sollten Sie sich die Zeit nehmen und Wand-, Dachkonstruktion und Fenster sowie deren Verschattung prüfen ob sie denn auch den sommerlichen Wärmeschutz erfüllen. Ist es bereits passiert, ihr Bau steht und es ist im Sommer einfach zu heiss… nachträglich kann mit Lehm und eingelassenen Heiz- und Kühlrohren gearbeitet werden um den nicht optimalen Bau aufzuwerten.

Klimataugliche Bebauungen

Um dem Umstand der Klimaerwärmung auf Augenhöhe entgegen zu kommen, benötigt es eine klimataugliche Bautechnik und die Aufwertung von Grünräumen. Die Grünräume tragen massgeblich dazu bei, dass die Aussenräume attraktiv bleiben, die Biodiversität erhalten bleibt und das Klima im bebauten Raum abgekühlt wird. Grosse Bäume sind langfristig einer der Hauptfaktoren neben Wasserelementen.

Wer klimagerecht bauen möchte oder sanieren muss das Thema von Anfang an einplanen und konkrete Massnahmen in die Wege leiten, um auch einen nachhaltigen Effekt für die Bewohner zu haben.

Welche Punkte sind wichtig um klimagerecht zu Bauen?

  • Die Frischluft und deren Zirkulation sollten anhand von Windsimulationen eingeplant werden. So lange die Sonne scheint erwärmen sich Bauteile und Material und geben das über lange Zeit wieder ab. Gibt es kein Nachströmen von Frischluft, entsteht gestaute Wärme die lange stehen bleibt und die Materialien haben viel länger zum Auskühlen.
  • Einen guten sommerlichen Wärmeschutz erreichen Sie mit einer Baukonstruktion, die eine lange Phasenverschiebung aufweist und gut mit Temperaturschwankungen umgehen kann.
  • Sind natürliche Wasserläufe auf dem Grundstück, sollten diese am besten renaturiert offen durchs den Lebensraum fliessen. Wasser kühlt die Umgebung ab und nimmt Wärme mit.
  • Flächen die versiegelt sind wie beispielsweise Asphalt erwärmen sich stark und bleiben lange warm. Diese Flächen können auch durch offene Gestaltungen ersetzt werden wie einen Mergelplatz. Parkplätze müssen nicht immer asphaltiert sein. Mit Vorsicht sind bestehende Flächen zu verändern auf denen Bäume bereits seit vielen Jahren stehen und ihre Wurzeln unter dem Asphalt ausstrecken. Sie beziehen ihre Feuchtigkeit durch die Erhitzung des Asphalts und des entstehenden Kondensats. Nimmt man ihnen den Asphalt weg ist die Wasserquelle weg.
  • Bäume, so viel wie nur möglich. Gut gepflegte Bäume spenden Schatten, erhöhen die Biodiversität und verschönern manch Bauwerk. Wer setzt sich schon nicht gerne unter einen kühlenden Baum 😊
  • Vielfalt und heimisch – natürlich sollte man darauf achten nur Pflanzen zu nehmen die einen guten Bezug zu unserem Klima haben und sich im System bewährt haben. Das Problem bei Pflanzen aus anderen Klimaregionen ist, dass sie anfälliger auf Krankheiten sind und sich teil invasiv verbreiten.
  • Unterschiedliche Strukturen – Hecken, Bäume, Wiesen alles gut gestaltet und in verschiedenen Grössen. Vielfältig und biodivers sollte eine gesunde und kühlende Aussenanlage sein.
  • Wenn möglich alles miteinander vernetzen, damit Korridore entstehen wo Wildtiere wandeln können und sich Schatten und Abkühlung durch die gesamte Anlage ziehen kann.
  • Alte Bäume erhalten. Diese haben bereits eine gute Grösse und ihre Naturschutzfunktion ist viel grosser als die von noch jungen Bäumen.

Gebäudebegrünungen

Diese haben auch eine sehr hohe Wirkung sind aber etwas aufwendiger zu erstellen. So kann ein begrüntes Dach nicht nur schön aussehen und einen Lebensraum für Insekten und Tiere sein, auch dämmt eine intensive Dachbegrünung zusätzlich und es entsteht weniger Wärmeverlust in kälteren Tagen. Auch schützt eine Dachbegrünung vor zu viel Hitze und im Inneren bleibt es kühler. Vorausgesetzt, dass auch die Fassaden dementsprechend gestaltet sind. Auch Fassaden lassen sich begrünen und schützen so das Bauwerk vor Überhitzung. Der Aufwand an Wasser ist aber immens und muss gut überlegt sein. Besser sind rankende Pflanzen, die sich ihr Wasser im Boden holen und der Aussenwand entlang nach oben wachsen. Zum Giessen kann auch gleich noch Regenwasser verwendet werden, das in grossen Behältern im Boden gesammelt wird.

Scroll to top